Raritäten

Seit mehr als 100 Jahren stellt Wendt & Kühn Kostbarkeiten in feiner Handarbeit her. Stets dem reichen Musterschatz verpflichtet, den die Firmengründerinnen Grete Wendt und Grete Kühn sowie Gestalterin
Olly Wendt mit ihrem künstlerischen Schaffen hinterlassen haben.

Sehr behutsam, aber mit einer gewissen Regelmäßigkeit werden wir in den kommenden Jahren wahre Kostbarkeiten - wir haben sie Raritäten genannt - aus dem wunderbaren Musterschatz von Wendt & Kühn auswählen und diese Stück für Stück und ausschließlich auf Bestellung einzeln fertigen. Diese Artikel erfordern in ganz besonderem Maße die Meisterschaft der Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker unserer Manufaktur.

Eine repräsentative Figur von besonderer Schönheit

Der Bergmann

Der Überlieferung zufolge soll es ein besonders schöner Sommertag im Jahr 1912 gewesen sein, an dem Grete Wendt den Bergmann in der damaligen Gartenlaube der Gewerbeschule entwarf. Drei Jahre vor der Firmengründung von Wendt & Kühn hatte sie sich von den Bergmännern in ihren eindrucksvollen Trachten inspirieren lassen, die sie vermutlich bei der Erzgebirgischen Ausstellung für Gewerbe, Industrie, Bergbau, Forst- und Landwirtschaft sah. Im nahegelegenen Grünhainichen aufgewachsen, war sie mit dem bergmännischen Brauchtum vertraut und entwarf diese imposante, 30 Zentimeter hohe Bergmann-Figur mit zwei Lichtnäpfen, die der Bergbau-Tradition des Erzgebirges ein einzigartiges Denkmal setzt.

 

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Bergmann mit Lichtertüllen

Hintergrund

Der Bergbau im Erzgebirge geht zurück auf erste Erzfunde im Jahr 1168 in der damaligen Gemarkung Christiansdorf in der Nähe der heutigen Bergstadt Freiberg. Erstmals urkundlich erwähnt werden Silberfunde in diesem Revier um 1185. Dem ersten „großen Berggeschrey" folgte im 15. Jahrhundert die Entdeckung neuer Vorkommen im Erz-Gebirge, das so zu seinem Namen kam. Jahrhundertelang prägte der Bergbau das Leben und die Kultur dieses Landstriches. Die 1765 gegründete Bergakademie genießt als älteste montanwissenschaftliche Bildungseinrichtung weltweit einen ausgezeichneten Ruf.

Bergmann und Engel – eine Tradition im Fenster

Erleuchtete Fenster in der Vorweihnachtszeit haben im Erzgebirge eine ganz besondere Tradition. Ihren Ursprung hat diese Tradition in der Welt der Bergleute. Bergmann und Engel im Fenster haben einst, so ist es überliefert, nach der Untertage-Schicht dem heimkehrenden Bergmann im Dunkel der Nacht den Weg gewiesen. Dabei galt: Ein Engel wurde für jede Tochter des Hauses aufgestellt, ein Bergmann für jeden Sohn. Leuchteten alle Kerzen, wusste der Familienvater schon von Ferne, dass alle wohlauf sind.