Wie ein Blumenkind entsteht

Begleiten Sie die Wendt & Kühn-Blumenkinder auf ihrem Weg vom kantigen Holz zum zauberhaften Liebhaberstück

Auf der Drechselbank erhalten die Blumenboten zunächst ihre kindliche Form. Körper und Köpfchen sind schon zu erkennen. Damit aus diesem noch rauen Holzkegel einmal eine zarte und glatte Figur werden kann, nimmt sie ein Bad in einer Art Waschtrommel voller Schleifpapier. Dieser Prozess ist besonders wichtig, damit später die Farbe gut hält.

Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie umsichtig Grete Wendt ihre Entwürfe zum Leben erweckte, sind die Hosen der Jungen. Die paarweise hergestellten Beinkleider erscheinen zunächst nur als unscheinbare Brettchen. Nachdem die ersten, groben Umrisse in das Holz gearbeitet wurden, erfolgt ein Trennschnitt an den Schuhsohlen.

Dann werden die Fersen geformt und die Kniepartien modelliert. Erst nachdem diese beiden Teile verklebt wurden, ist die wundersame Verwandlung in flinke Gliedmaßen zu bestaunen. Nun fehlt nur noch der richtige Faltenwurf. Erfahrene Hände schleifen ihn in das Holz und vollenden damit die Hose des fröhlichen Blumenträgers.

Wenn alle Teile zusammengefügt sind, werden die Figuren „getaucht“. Das passiert kopfüber in einem Farbbad. Dabei erhalten sie eine meist weiße Grundierung – ideal für ihren späteren rosigen Teint.

Nun bekommen die Blumenkinder noch ihre wichtigsten Accessoires in die Hand – die Blumen, die ihnen ihren Namen gaben. Ob Margerite, Narzisse oder Glockenblume – jede noch so filigrane Blüte ist kunstvoll von Hand gefertigt.

 

Was aber wären die Kinder ohne ihre bunten Kleider und Blumen ohne Farben? In der Malerei bekommen die Mädchen farbenfrohe Röcke und die Jungen fesche Hosen und Hemden angezogen. Bald erstrahlt jedes Kind in zeitlos-schicker Anmut.

Das wahre Leben aber zeigt sich erst in den Gesichtern der Blumenkinder. Behutsam und hochkonzentriert versehen die besten Malerinnen der Manufaktur mit wenigen gezielten Pinselstrichen jedes Kind mit seiner ganz besonderen Persönlichkeit.