"Wir Azubis sind immer mittendrin. Wir übernehmen Arbeiten, die wirklich gebraucht werden. Ich habe das Gefühl, dass ich ein wichtiger Teil des Unternehmens bin."
Luise, 22 Jahre, 3. Lehrjahr

Luise hat inzwischen ihre Ausbildung abgeschlossen und arbeitet in der Malerei.

Meine Ausbildung bei Wendt & Kühn

Luise, 22 Jahre, 3. Lehrjahr

Um ehrlich zu sein, wusste ich nach der Schule noch nicht genau, in welche Richtung ich gehen wollte. Ich hatte schon ein Praktikum bei einem Tischler gemacht und das Arbeiten mit Holz hatte mir gefallen, doch irgendwie fehlte noch das gewisse Etwas. Mit meinem Berufsberater recherchierte ich, welche Berufe Holz und Kunst miteinander verbinden – und bin auf das erzgebirgische Kunsthandwerk gestoßen. Und als ich die Figuren von Wendt & Kühn gesehen habe, wusste ich: Das will ich machen! Tatsächlich habe ich mich auch nur hier beworben – zugegeben, ein bisschen riskant war das schon. Wenn es nicht funktioniert hätte, hätte ich sogar das Jahr überbrückt und es erneut versucht.

In den ersten beiden Lehrjahren waren wir oft in der Berufsschule in Seiffen – das ist die einzige Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule in ganz Deutschland. Hier haben wir Theorieunter­richt wie Deutsch und Englisch, aber auch fachbezogene Mathematik, Werkstoffbearbeitung, Maschinenkunde und AutoCAD. Den praktischen Teil lernen wir in der Verbundausbildung und natürlich direkt in der Manufaktur. Wir sind in allen Abteilungen – von der Dreherei über die Leimerei und Taucherei bis hin zur Malerei. Die größte Freude habe ich beim Malen. Mit jedem Pinselstrich werden die Figuren farbenfroher und detailreicher. Am Ende des Tages zu sehen, was man mit den eigenen Händen geschaffen hat, das macht mich glücklich. Nicht so glücklich war ich zunächst beim Drechseln, da hatte ich zu Beginn so meine Schwierigkeiten. Vor den Maschinen und den Kräften, die da wirken, hatte ich anfangs ordentlich Respekt und war entsprechend angespannt. Aber ich hatte gute und geduldige Lehrer, und irgendwann klappte es. Nun macht es mir sogar richtig Spaß.

Wir Azubis sind immer mittendrin, wir machen nicht etwa Aufgaben, die sonst keiner erledigen will. Wir übernehmen Arbeiten, die wirklich gebraucht werden. Ich habe das Gefühl, dass ich ein wichtiger Teil des Unternehmens bin. Und wenn ich abseits der Manufaktur auf Menschen treffe, die mir ganz persönliche Geschichten von ihren Wendt & Kühn-Figuren erzählen, dann spüre ich, dass ich mit meiner Arbeit tatsächlich etwas bewirken kann. Aktuell mache ich die letzten Handgriffe an meinem Prüfstück. Ich habe eine Spieldose gestaltet – von der ersten Idee über die Zeichnung bis zum fertigen Werkstück. Zu sehen, dass ich nach drei Jahren Ausbildung so etwas schaffen kann, macht mich stolz.

Noch mehr Einblicke gibt Luise im Podcast ERZ LIVE. Darin berichtet sie unter anderem über ihre beiden USA-Reisen während der Ausbildung. Außerdem erzählt Komplementärin Claudia Baer, geb. Wendt, vom Bewerbungs­prozess, möglichen Heimvorteilen und dem aufregenden Moment, wenn die Auszubilden­den ihre Prüfstücke präsentieren.